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Frühlingsopfer
Ballett für das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin



Choreografie u Inszenierung: Lars Scheibner
Musik: Igor Strawinsky, Kevin Volans, Michael Gordon u.a.
Premiere: 13.03.2009 Staatstheater Schwerin

Ob in der Rotation der Gestirne und Planeten, im Kommen und Gehen der Jahreszeiten oder im Blutkreislauf und in der Atmung: Überall findet sich eine zyklische Ordnung. Dieses Prinzip der Wiederholung ist für den Menschen neben aller Beruhigung, die es zu bieten scheint, sehr beängstigend, geht es doch dabei letztlich auch immer um nicht weniger als um Leben und Tod. Im archaischen Ritual findet diese Ambivalenz ihren Ausdruck: So markiert die rituelle Opferung eines Menschen, wie sie im Libretto zu Igor Strawinskys 1913 entstandener Ballettmusik "Le Sacre du Printemps" beschrieben wird, den Beginn eines neuen Jahres- und Fruchtbarkeitszyklus. Durch den Tod soll zu Frühlingsbeginn neues Leben ermöglicht werden.
Seit Beginn der Zivilisation opfern Menschen: Dinge, Tiere, andere Menschen und sich selbst. Was treibt Menschen dazu? Was lässt einzelne Individuen im Ritual zu einer Gruppe von gemeinsamer, höherer, globaler Kraft verschmelzen? Gemeinsam mit den Tänzerinnen und Tänzern des Mecklenburgischen Staatstheaters habe ich mich auf die Suche nach Antworten begeben.